Stoffwindeln im Sommer
Tipps für Strand, Sandkasten & Planschbecken
Der Sommer ist da – und mit ihm die schönsten Momente im Freien: ein Ausflug ans Meer, Buddelspaß im Sandkasten oder Plantschen im Garten. Die Kinder genießen das warme Wetter oft nur mit Shirt und Windel. Für viele stellt sich jetzt die Frage: Wie machen sich Stoffwindeln bei Sonne, Sand und Wasser?
Wir haben den Härtetest gemacht – mit PUL und Wolle, mit Meer- und Planschwasser. Hier erfährst du, was Stoffwindeln im Sommer aushalten, wie du sie pflegst und was du auf keinen Fall tun solltest.

Über die Autorin

Susanne Graf ist Mutter von vier Kindern und kam während der Wickelzeit ihres zweiten Kindes durch eine Freundin auf das Thema Stoffwindeln. Anfangs reparierte sie abgenutzte Windeln, um Geld zu sparen – heute betreibt sie ihre eigene „Stoffwindelwerkstatt“. Sie weiß aus erster Hand, wie robust Stoffwindeln wirklich sind – und wie sie lange halten. Als Vorstandsmitglied im Stoffwindelverein e.V. setzt sie sich dafür ein, Stoffwindeln wieder als ganz normale Alternative sichtbar zu machen.
Inhalt
Sand überall – und mittendrin die Stoffwindel
Wer mit Kindern unterwegs ist, kennt das Phänomen: Nach einem Nachmittag im Sandkasten oder einem Tag am Meer steckt der Sand buchstäblich überall – in den Haaren, zwischen den Zehen und natürlich in der Windel. Das ist völlig normal, denn Sand findet immer seinen Weg. Auch bei Stoffwindeln.
Beim Test mit einer klassischen PUL-Überhose und Prefold-Einlage konnte Susanne beobachten, wie sich der Sand vor allem in den Nähten und Beinbündchen sammelt. Besonders das doppelte Beinbündchen war ein Sand-Magnet. Die gute Nachricht: Innen rieb nichts, und es entstanden keine Schäden – zumindest nicht bei gelegentlicher Nutzung. Wer jedoch täglich am Strand ist, sollte darauf achten, regelmäßig zu kontrollieren und besonders sanft zu waschen.
PUL: Sonne lieber meiden
PUL ist ein beschichtetes Material, das Stoffwindeln wasserundurchlässig macht. Es ist robust, aber hitzeempfindlich. Der wichtigste Tipp: Lass PUL nicht in der prallen Sonne trocknen! UV-Strahlung und Hitze können die Beschichtung spröde machen, was langfristig zu Undichtigkeit führt. Ideal ist der Schatten – oder ein Ort mit indirekter Sonne.
Zur Reinigung nach dem Sandabenteuer reicht oft schon gründliches Ausschütteln oder ein Abspülen unter fließendem Wasser, bevor die Windel in die Waschmaschine kommt. Besonders bei AIOs oder Pockets hilft es, sie auf links zu drehen und etwaige Laschen umzustülpen – so wird alles schön sauber.

Wolle liebt Pflege – und hasst Salz
Auch Wollwindeln durften mit an den Strand. Im Test wurde eine Wollüberhose aus Wollfleece verwendet. Der Sand setzte sich auch hier fest, ließ sich aber erstaunlich gut ausschütteln. Problematischer kann Meerwasser sein: Salz trocknet die Wolle aus und macht sie brüchig, wenn sie nicht nachbehandelt wird.
Unser Tipp: Nach dem Strandurlaub gründlich waschen und wieder nachfetten. Aber bitte mit Maß: Eine zu dick aufgetragene Fettschicht lässt die Windel schlechter atmen. Also lieber regelmäßig und feinfühlig pflegen. Dem Außenstoff macht der Sand in der Regel übrigens nichts aus – selbst nach mehrmaligem Tragen sah er noch aus wie neu.
Saugmaterial: Sand raus – und ab in die Wäsche
Ob Mullwindel, Prefold oder Höschenwindel – das Saugmaterial selbst nimmt keinen Schaden durch Sand. In besonders flauschigen Einlagen (z. B. Bambusfrottee) kann sich Sand leichter festsetzen, doch mit kräftigem Ausschütteln oder Ausbürsten vor dem Waschen ist auch das kein Problem.
Tipp für Vielstrandfamilien: Wenn möglich, gleich nach dem Wickeln ausschütteln, bevor alles in der Tasche landet. So bleibt weniger Sand für die Waschmaschine übrig – und die Einlagen trocknen schneller.
Achtung, Lebensgefahr: Stoffwindeln gehören nicht ins Wasser!
Das ist der wichtigste Punkt dieses Beitrags: Lass dein Kind niemals mit einer normalen Stoffwindel ins Wasser! Auch nicht mit nur einer Überhose! Das Saugmaterial saugt sich im Wasser voll, wird schwer und kann zur echten Gefahr werden. Das Kind kann sich kaum noch bewegen – und im schlimmsten Fall kann es durch das Gewicht der Windel nach unten gezogen werden.
PUL-Überhosen ohne Einlage sind ebenso ungeeignet: Sie füllen sich mit Wasser, funktionieren wie ein Sack – und bergen das gleiche Risiko.
Die sichere Lösung: echte Schwimmwindeln. Sie sind komplett durchlässig, das Wasser läuft sofort wieder heraus und das Kind bleibt beweglich und sicher. Also: Planschbecken oder Meer = Schwimmwindel. Danach wieder zurück in die Stoffwindel – ganz einfach.
Fazit: Stoffwindeln und Sommer? Perfekt – mit etwas Aufmerksamkeit!
Stoffwindeln sind auch im Sommer eine nachhaltige, gesunde und praktische Lösung – selbst bei Strandbesuchen und wilden Buddelabenteuern. Mit ein paar einfachen Pflegetipps und dem richtigen Windelwechsel zur richtigen Zeit steht dem Sommerspaß nichts im Weg.
Und für alle, die lieber schauen statt lesen: Das vollständige Testvideo mit Bewertung findest du im Blogbeitrag eingebettet oder auf unserem YouTube Kanal.