Was brauche ich für den Start mit Stoffwindeln?
Du überlegst, mit Stoffwindeln zu starten, aber bist noch unsicher, was du wirklich brauchst?
Dann bist du hier genau richtig.
Denn so viel vorweg: Du brauchst keine halbe Wäscherei und kein Fachwissen in Textilkunde.
Nur ein bisschen Neugier – und diesen Beitrag.
Warum überhaupt Stoffwindeln?
Vielleicht kennst du das: Müllberge, Hautirritationen, unangenehme Gerüche – und ständig Nachschub kaufen.
Stoffwindeln sind da die nachhaltige, hautfreundliche und auf Dauer kostensparende Alternative.
Und nein, sie sind nicht kompliziert – nur vielseitig.
Wie vielseitig? Das schauen wir uns gleich an.
Was gehört eigentlich zu einer Stoffwindel?
Ganz einfach: Jede Windel besteht aus zwei Teilen.
1️⃣ Etwas, das saugt – z. B. eine Einlage oder Mullwindel
2️⃣ Etwas, das schützt – die sogenannte Überhose, die Nässe abhält
Je nachdem, ob diese Teile fest verbunden sind oder getrennt voneinander, spricht man von unterschiedlichen Systemen:
All-in-One: Alles in einem Stück – am ähnlichsten zur Einwegwindel.
All-in-Two: Zwei Teile – flexibler, schneller trocknend, sehr beliebt für den Alltag.
All-in-Three: Drei Teile – noch individueller, ideal für Familien mit Routine.
Daneben gibt es Pockets, Höschenwindeln (für die Nacht) und Prefolds – du siehst, Stoffwindeln können sich an fast jedes Bedürfnis anpassen.
🎧 Tipp: In der Mull & Mythen-Podcastfolge #8 „Welche Systeme gibt es?“ erklären Anna und Lydia ganz anschaulich, welche Varianten es gibt und worauf du achten kannst.
Newborn oder One Size – welche Größe passt?
Die gute Nachricht: Stoffwindeln wachsen mit!
Es gibt zwei Hauptgrößen:
Newborn (Neugeborenen-Größe)
Perfekt für die ersten Wochen – sitzt besser an zarten Babys unter 5 kg.One Size (mitwachsend)
Durch Druckknöpfe anpassbar – passt meistens von etwa 5 bis 15 kg.
Wenn du direkt ab Geburt starten willst, kann sich die Newborn-Größe lohnen.
Bist du dir unsicher? Dann teste verschiedene Systeme mit einem Mietpaket.
Beratung und Mietmöglichkeiten findest du über unsere
👉 Berater*innenkarte.
🎧 Podcast-Tipp: Folge #9 „Brauche ich eine Newborn-Größe?“ räumt mit den häufigsten Mythen rund um Windelgrößen auf.
Was du wirklich brauchst
Die Grundausstattung ist überschaubar.
Für den Start genügen:
✔️ etwa 20–25 Stoffwindeln (bei Neugeborenen etwas mehr)
✔️ 2 Wetbags oder einen Pail Liner für die Aufbewahrung
✔️ eine Waschmaschine (keine extra nötig!)
✔️ Vollwaschmittel mit Sauerstoffbleiche, am besten ohne Duftstoffe
✔️ Platz zum Trocknen – Wäscheständer, Turm oder Wäschespinne
Und wenn du wissen willst, was am Wickeltisch noch praktisch ist:
📋 Schau dir unbedingt unsere Checkliste „Was brauche ich am Wickeltisch?“ an – kompakt, übersichtlich, praxisnah.
🎧 Passend dazu: Mull & Mythen Folge #10 „Must-Haves – was du wirklich brauchst“.
Lade dir unsere Checkliste herunter
Gerade am Anfang ist es gar nicht so leicht zu wissen, wie viele Windeln sinnvoll sind oder welches Zubehör den Wickelplatz wirklich praktisch macht.
In unserer Wickeltisch-Checkliste findest du eine klare Orientierung: Von Windeln über Aufbewahrung bis hin zu kleinen Helfern, die deinen Wickelalltag leichter machen. Lade sie dir hier ganz bequem herunter.
Mehr kostenloses Material findest du in unserem Shop
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Wie wäscht man Stoffwindeln?
Ganz ehrlich?
Nicht viel anders als Handtücher.
So bleibt alles hygienisch und langlebig:
bei 60 °C waschen
Vollwaschmittel mit Sauerstoffbleiche verwenden
kein Weichspüler, kein Einweichen
alle 2–3 Tage waschen
offen lagern, damit nichts muffig wird
Milchstuhl? Einfach mitwaschen – er ist wasserlöslich.
Ab Beikostbeginn hilft Windelvlies, den Stuhl aufzufangen.
🎧 Mehr dazu hörst du in Mull & Mythen Folge #15 „Wie wasche ich richtig?“ und #14 „Wie lagere ich Stoffwindeln?“.
💛 Nice-to-haves für deinen Alltag
Nicht alles ist ein Muss – manches macht den Wickelalltag einfach entspannter:
✨ Klettbürste – um Klettverschlüsse sauber zu halten und Fusseln zu entfernen
✨ Snappies oder Windelklammern – wenn du mit Mullwindeln arbeitest, um sie sicher zu fixieren
✨ Windelvlies – spätestens ab Beikostbeginn praktisch zum Auffangen von Stuhl; schützt auch vor fetthaltigen Cremes
✨ Kleine Waschlappen – als Feuchttücher-Ersatz oder zum Abhalten; ideal mit etwas Öl-Wasser-Gemisch im Wetbag
✨ Kleiner Wetbag für unterwegs – für feuchte Tücher oder einzelne Windeln, z. B. mit Trocken- und Nassfach
✨ Wickelunterlage oder Mulltuch – fürs Wickeln unterwegs, muss nicht fancy sein; oft ist schon eine im Wickelrucksack dabei
✨ Poodusche (Bidetflasche) – hilfreich beim Auswaschen oder im Wochenbett
✨ Kleines Töpfchen oder Schüssel – praktisch, wenn du Windelfrei ausprobieren möchtest
✨ Trocknerspinne oder Wäscheturm – spart Platz und ist geeignet zum Mithelfen der Kleinsten beim Aufhängen
✨ Enthärter – bei (mittel) hartem Wasser sinnvoll, um Waschmittel zu sparen und Ablagerungen zu vermeiden
Unterstützung, die dich wirklich weiterbringt
Du musst das nicht allein herausfinden – ehrlich nicht.
Wenn du magst, hol dir Unterstützung:
über unsere Berater*innenkarte – dort findest du Fachpersonen in deiner Nähe
beim Stammtisch für offenen Austausch mit anderen Eltern
in unserer Sprechstunde, wenn du konkrete Fragen oder Herausforderungen hast
Alle Termine findest du unter:
👉 stoffwindelverein.de/veranstaltungen/
Warum sich der Aufwand lohnt
Stoffwindeln sind nachhaltig, hautfreundlich, wiederverwendbar – und sie sehen einfach schön aus.
Du weißt, was an die Haut deines Kindes kommt, produzierst weniger Müll und sparst langfristig Geld.
Und ja: Du wäschst öfter.
Aber du musst nie wieder panisch los, weil die Windeln ausgehen.
Fazit
Für den Start brauchst du kein Spezialwissen.
Nur ein paar Stoffwindeln, etwas Geduld – und die Sicherheit, dass du das Schritt für Schritt lernen darfst.
Denn nachhaltig wickeln heißt nicht perfekt sein – sondern bewusst.

